Über die Höhe unserer Augen

In jedem Fall ist es hilfreich, wenn ich mich nicht nur frage, was für die Anderen die Begegnung mit mir so wertvoll macht, sondern auch, weshalb ich die Begegnung mit Menschen suche, die hierher geflüchtet sind: Mein Wunsch zu helfen? Mein Mitgefühl? Meine Wut über so viele unnötige Hürden für Neuankömmlinge? Mein Interesse an Menschen aus anderen Kulturen? Meine Freude, gemeinsam Neues entstehen zu lassen? 

Wenn ich mich für Menschen in Not einsetze, entstehen asymmetrische Beziehungen. Geflüchtete haben bei allem Erfahrungsreichtum, den sie mitbringen, unvergleichlich weniger Handlungsmöglichkeiten als Freiwillige. Das können wir bei allen Wünschen nach gleicher Augenhöhe nicht ignorieren. Doch das muss ja nicht für immer so sein: Wer gestern angekommen ist und vielleicht noch Jahre braucht, um hier Fuss zu fassen, wird sich im glückenden Fall bei uns doch immer mehr Zuhause fühlen. Warum sollten wir uns also nicht jetzt schon als gute Nachbar*innen begegnen? Warum nicht jetzt schon die Entstehung von guten Freundschaften zulassen? Und habe ich schon nach Wegen gesucht, mich gemeinsam mit Geflüchteten für mein Projekt und für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen? 

Freiwillige und Geflüchtete – wer auf Augenhöhe hilft, weiss, dass unsere Rollen potentiell austauschbar sind. Ich freue mich, Euch zahlreich beim Vortrag von Sarah Schilliger (Mittwoch, 6. Februar 2019, 19 Uhr, Stauffacherstrasse 8, Zürich) begrüssen zu dürfen!

Wer den Vortrag verpasst hat, kann immerhin diesen Unterstützungsvideo sehen: Auf Augenhöhe mit Geflüchteten.

Herzliche Grüsse

Christoph Albrecht, Leiter JRS-Schweiz und Vorstandsmitglied Solinetz Zürich

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