accompany, serve, advocate

Begleiten, unterstützen, verteidigen – die grundlegende Vorgehensweise des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes JRS: Unserem Auftrag entsprechend stehen wir Menschen bei, die ihre Heimat verlassen mussten, und treten für ihre Rechte ein.

Begleiten

Geflüchtete Menschen, deren Geschichte für die Behörden des SEM nicht genügend Fluchtgründe enthält oder nicht genügend glaubhaft dargestellt werden kann, sind oft in einer dramatischen Lage. Wenn für sie die Rückreise in ihr Herkunftsland keine Option ist, wenn sie nicht wissen, in welches Land sie sonst weitergehen könnten und wenn sie von den Behörden nicht gewaltsam ausgeschafft werden können, bleiben sie für unbestimmte Zeit – das heisst u.U. für Jahre – als NothilfreempfängerInnen oder untergetaucht als Sans-Papiers in der Schweiz. Sie haben kein Aufenthaltsrecht, kein Recht auf Bildung und Arbeit. Sie können keine Perspektive für ihr Leben entwickeln. Lebensbedingungen in lagerähnlichen Anlagen (Bunkern oder Containern), soziale Isolation, Perspektive- und Chancenlosigkeit und das Fehlen der Möglichkeiten, ihre alten Traumata aufzuarbeiten, bringen manche von ihnen an den Rand des psychischen Abgrunds.

Begegnungsmöglichkeiten mit abgewiesenen Asylsuchenden schaffen

JRS-Schweiz unterstützt Solidaritätsgruppen und einzelne Engagierte bei ihren Anstrengungen, diese Menschen nicht allein zu lassen:

Besuchsgruppe Notunterkunft Glattbrugg: Jeden Donnerstag von 17-19 Uhr, lockeres Angebot zu Deutschkonversation und Austausch zu verschiedenen Themen, je nach Interesse und Dynamik in der Begegnung. 

Treffpunkt mit Kaffee und Abendessen in Kloten: Jeden Dienstag von 17-21 Uhr im Hegnerhof, Dorfstrasse 63, Kloten

Seelsorgeangebot für Asylsuchende und freiwillig Engagierte

Seelsorge ist grundsätzlich nicht als etwas zu verstehen, das nichts mit den konkreten Fragen des Alltags oder den handfesten Herausforderungen der Zukunft zu tun hätte. Sie ist nicht unbedingt an eine Religionszugehörigkeit gebunden, sondern kann als eine spirituelle Begleitung immer wieder helfen, einen neuen Blick auf die eigene Wirklichkeit zu gewinnen.

Im Kontext der aktiven Solidarität mit Menschen in Extremsituationen geschieht Seelsorge meist, ohne dass sie als solche bezeichnet würde. Sie ereignet sich im Zuhören, im Erzählen, im Mitteilen und im gemeinsamen Suchen möglichst sinnvoller Schritte, wo definitive Lösungen durch gesellschaftliche oder politische Umstände verunmöglicht werden.

Seelsorge ist schliesslich Verwandt mit einer Praxis, die man als Psychohygiene bezeichnen kann. Sich für und mit Menschen in Not zu engagieren, kann selbst schon ein sinnvoller Schritt eigener Verarbeitung von Empörung und Schmerz über die ungerechten und ausgrenzenden Vorgänge in unserer Gesellschaft sein. Doch auch solidarischer Widerstand braucht immer wieder Vergewisserung, Vertiefung der eigenen Motivation, um längerfristig nicht auszubrennen. Die bewusste Frage nach den Quellen von Lebensfreude und Zuversicht, ist angesichts der häufigen Ohnmachtserfahrungen, die Freiwillige in der Solidarität mit anerkannten und nicht anerkannten Flüchtlingen machen, immer wieder zu stellen.

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